Das Projekt Stuttgart 21 beginnt

Baubeginn für das größte ökologische Projekt des Landes: Stuttgart 21 eröffnet die einmalige Chance auf ein grünes Stadtquartier –
Am 2. Februar 2010 beginnen offiziell die Bauarbeiten für das Projekt Stuttgart 21. Für die Stadtentwicklung stehen dann rund 100 Hektar Flächen zur Verfügung. Wo heute noch Gleise liegen, entstehen künftig neue Stadtteile.

Den Startschuss für die umfangreichen Arbeiten im Gleisvorfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs geben Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, Dr. Peter Ramsauer MdB und Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Günther H. Oettinger, MdL und Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg sowie Dr. Wolfgang Schuster, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, Jeannette Wopperer, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, und Wolfgang Drexler, MdL und Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart – Ulm.

„Ich freue mich sehr, dass nun endlich der Startschuss für Stuttgart 21 fällt und die Deutsche Bahn AG mit dem Bau beginnt“, so OB Schuster. „Die Stadt wird von diesem Jahrhundertprojekt klar profitieren. Wir brauchen aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen einen besseren regionalen Zugverkehr und die Einbindung in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz. Gleichzeitig erhalten wir durch die Tieferlegung des heutigen Bahnhofs die einmalige Chance auf ein innovatives und grünes Stadtquartier.“

Durch die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs können fast alle oberirdischen Bahnanlagen abgebaut werden. Für die Stadtentwicklung stehen dann rund 100 Hektar Flächen zur Verfügung. Wo heute noch Gleise liegen, entstehen künftig neue Stadtteile.

Der Landeshauptstadt Stuttgart kann so wertvolle Flächen in zentraler Lage städtebaulich entwickeln und die vorhandenen Parkanlagen des Schlossgartens und des Rosensteinparks um etwa 20 Hektar vergrößern. Die bisher durch die Bahngleise von den Stadtquartieren getrennten Parkanlagen werden wieder zu einer zusammenhängenden Stadtlandschaft und mit den angrenzenden Stadtquartieren verknüpft.

Zugleich kann freie Landschaft in den Außenbezirken geschont werden. Im Flächennutzungsplan wurden bereits 60 Hektar Bauerwartungsland auf der grünen Wiese gestrichen. Dies entspricht der langjährigen Strategie „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ des Stuttgarter Gemeinderats. Das Wachstum der Stadt soll demnach möglichst umweltschonend auf Brachflächen stattfinden und keine wertvollen Grünflächen zerstören.

Die Stadt Stuttgart hat 2001 alle freiwerdenden Grundstücke – bis auf das Teilgebiet A1 – von der Bahn gekauft. Dadurch kann die Stadt über die Art der Bebauung entscheiden und mit klaren Vorgaben die zukünftige Mischung zwischen Büro-, Gewerbe-, Wohn- und Grünflächen festlegen. Sie will damit sicherstellen, dass der neue Stadtteil durch einen vernünftigen Mix aus Wohnen, Arbeiten und Handel ein hohes Maß an urbaner Qualität erhält.

OB Schuster: „Durch das Projekt Stuttgart 21 erhält die Stadt die einmalige Möglichkeit, sich mitten im Zentrum umweltschonend auf heutigen Brachflächen weiterzuentwickeln. Diese Zukunft und deren städtebauliche Entwicklung wollen wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten.“

Bis zum Sommer soll daher ein Konzept erarbeitet werden, wie die Öffentlichkeit in den nächsten Jahren in den Städtebau-Dialog einbezogen wird. Hier soll eine enge Abstimmung mit dem Kommunikationsbüro „Bahnprojekt Stuttgart-Ulm“ erfolgen. „Allerdings muss beachtet werden, dass die Bebauung der bisherigen Gleisanlagen erst in rund zehn Jahren beginnt und es noch einige Zeit dauern wird, bis wir ganz konkret mit den Bürgern über diese Bebauung diskutieren können“, so OB Schuster. „Dennoch werden wir so früh als möglich die Öffentlichkeit in die verschiedenen Planungsprozesse einbinden. Ich werde daher schon in wenigen Tagen zu einem runden Tisch mit allen beteiligten Ämtern einladen.“

Für die Öffentlichkeitsarbeit beim Städtebau/Stuttgart 21 hatte der Gemeinderat in den Haushaltsberatungen eine neue Stelle bei der Stabsabteilung Kommunikation („Öffentlichkeitsarbeit/Marketing/PR Städtebau“) bewilligt, die in den nächsten Wochen ausgeschrieben wird. (Visualisierung (c) Aldinger & Wolf/ Quelle/Autor: Stadt Stuttgart)

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Comments
6 Responses to “Das Projekt Stuttgart 21 beginnt”
  1. Michael Kienreich sagt:

    Der neue Tiefbahnhof wird gebaut und das ist gut so…

  2. Nico sagt:

    Die S21 – Gegner behaupten das dass Konzept für S21 veraltet ist, weil es aus den 90er Jahren stammt.
    Wie veraltet ist dann erst ein Bahnhof der noch aus der Kaiserzeit stammt und dessen Gleisanlagen die Stadt durchschneiden?

  3. Hans Vonier sagt:

    Ich finde es ebenfalls wichtig, dass die Abrissarbeiten am Seitenflügel des Bahnhofes begonnen haben.
    Ich gebe da Michael Kienreich in seinem Kommentar vom 05.09.2010 völlig recht!
    Ich denke man muss bei diesem Großprojekt über den Tellerrand hinausschauen, da der neue Tief-
    bahnhof nicht nur für die Gegenwart sondern auch für die Zukunft gebaut wird!!!
    Die Vorteile des Tiefbahnhofes sind ja hinreichend bekannt und für jedermann auch nachzulesen.

    Einen großen Schwachpunkt bei den K 21-Befürwörtern ist unter anderem das
    Thema LÄRM. Der ( sanierte ) Kopfbahnhof reduziert keinen Lärm, d.h. es wird viel Geld reingesteckt
    zur Sanierung und der Geräuschpegel bleibt unverändert.
    Durch den Tiefbahnhof wird der Betriebslärm der Züge erheblich reduziert. Dies schafft neue, verbesserte Wohnqualität für alle Anwohner und Beschäftigte im Umkreis des neuen Tiefbahnhofes!

    Leider ist es sehr schwierig, sich mit S 21 -Gegnern auszutauschen, bzw. einen vernünftigen Dialog
    zu führen. ( hatte mehrmals schlechte Erfahrungen am Bahnhof gemacht )

  4. Als direkt von den Bauarbeiten „betroffener“ bin ich froh dass es nach über 15 Jahren endlich losgeht. Ich und viele andere Mitarbeiter freuen sich auf den neuen Bahnhof und die Gestaltung des neuen Stadtteils. Die Region um den Bahnhof war nach meiner Meinung immer ein altertümlicher Schandfleck. Jetzt muss Aufbruchstimmung herrschen und nicht „Vergangenheitsbewältigung“. Wir schauen in die Zukunft. 10 Milliarden Euro innerhalb 10-15 Jahren – endlich mal in Stuttgart investiert, ist es wirklich Wert positiv in die Zukunft zu schauen. Viele Städte beneiden uns jetzt schon darum und wir sollten froh sein, dass in unserer Stadt mal richtig innovativ gedacht und auch gebaut wird. Es gibt sehr viele Chancen. Nutzen wir sie und beteiligen uns mit vielen Ideen an unserer neuen Innenstadt. WIR SIND DIE STADT!

  5. Eberhard Schatz sagt:

    Bin froh, dass der Abriss des Nordflügels nun begonnen wurde.
    Befürchte aber , dass die Stadt- und Landesregierung doch noch umfällt, da ihre Pfründe vielleicht verloren gehen könnten. Begeisterung für S21 kann ich auf den Lippen der pro-Politiker nicht erkennen. Es fehlt an emotionaler Bindung für das Jahrhundert-Projekt.

  6. hans sagt:

    endlich! 🙂

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